Poem of the day

Die Wanderratten
by Heinrich Heine (1797-1856)

Es gibt zwei Sorten Ratten:
Die hungrigen und satten.
Die satten bleiben vergnügt zu Haus,
Die hungrigen aber wandern aus.

Sie wandern viel tausend Meilen,
Ganz ohne Rasten und Weilen,
Gradaus in ihrem grimmigen Lauf,
Nicht Wind noch Wetter hält sie auf.

Sie klimmen wohl über die Höhen,
Sie schwimmen wohl durch die Seen;
Gar manche ersäuft oder bricht das Genick,
Die lebenden lassen die toten zurück.

Es haben diese Käuze
Gar fürchterliche Schnäuze;
Sie tragen die Köpfe geschoren egal,
Ganz radikal, ganz rattenkahl.

Die radikale Rotte
Weiß nichts von einem Gotte.
Sie lassen nicht taufen ihre Brut,
Die Weiber sind Gemeindegut.

Der sinnliche Rattenhaufen,
Er will nur fressen und saufen,
Er denkt nicht, während er säuft und frißt,
Daß unsre Seele unsterblich ist.

So eine wilde Ratze,
Die fürchtet nicht Hölle, nicht Katze;
Sie hat kein Gut, sie hat kein Geld
Und wünscht aufs neue zu teilen die Welt.

Die Wanderratten, o wehe!
Sie sind schon in der Nähe.
Sie rücken heran, ich höre schon
Ihr Pfeifen – die Zahl ist Legion.

O wehe! wir sind verloren,
Sie sind schon vor den Toren!
Der Bürgermeister und Senat,
Sie schütteln die Köpfe, und keiner weiß Rat.

Die Bürgerschaft greift zu den Waffen,
Die Glocken läuten die Pfaffen.
Gefährdet ist das Palladium
Des sittlichen Staats, das Eigentum.

Nicht Glockengeläute, nicht Pfaffengebete,
Nicht hochwohlweise Senatsdekrete,
Auch nicht Kanonen, viel Hundertpfünder,
Sie helfen Euch heute, Ihr lieben Kinder!

Heut helfen Euch nicht die Wortgespinste
Der abgelebten Redekünste.
Man fängt nicht Ratten mit Syllogismen,
Sie springen über die feinsten Sophismen.

Im hungrigen Magen Eingang finden
Nur Suppenlogik mit Knödelgründen,
Nur Argumente von Rinderbraten,
Begleitet mit Göttinger Wurst-Zitaten.

Ein schweigender Stockfisch, in Butter gesotten,
Behaget den radikalen Rotten
Viel besser als ein Mirabeau
Und alle Redner seit Cicero.

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Fourth Amendment? We don’t need no stinking Fourth Amendment!

Through an analysis of 10 months of nationwide searches on Flock Safety's servers, we discovered that more than 50 federal, state, and local agencies ran hundreds of searches through Flock's national network of surveillance data in connection with protest activity. In some cases, law enforcement specifically targeted known activist groups, demonstrating how mass surveillance technology increasingly threatens our freedom to demonstrate.

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Poem of the day

A une damoyselle malade
by Clément Marot (1496-1544)

Ma Mignonne
Je vous donne
Le bon jour.
Le sejour
C’est prison:
Guerison
Recouvrez,
Puis ouvrez
Vostre porte,
Et qu’on sorte
Vistement:
Car Clement
Le vous mande.
Va friande
De ta bouche,
Qui se couche
En danger
Pour manger
Confitures:
Si tu dures
Trop malade,
Couleur fade
Tu prendras,
Et perdras
L’embonpoint.
Dieu te doint
Santé bonne
Ma Mignonne.

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Poem of the day

Stanzas on Freedom
by Lord Byron (1788-1824)
because today is World Freedom Day

When a man hath no freedom to fight for at home,
      Let him combat for that of his neighbours;
Let him think of the glories of Greece and of Rome,
      And get knocked on the head for his labours.

To do good to Mankind is the chivalrous plan,
      And is always as nobly requited;
Then battle for Freedom wherever you can,
      And, if not shot or hanged, you’ll get knighted.

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